
Die Besitzgeschichte dieses weitläufigen Areals läßt sich ungewöhnlich weit zurückverfolgen. Ursprünglich befand sich das ehemalige Waldgelände gemeinsam mit der restlichen Letzegast-Waldung im Besitz der Gemeinde Nenzing, die die gesamte Waldung 1366 gegen Überlassung des Kirchenzehents der Johanniter-Kommende in Feldkirch übereignete.
Nach Auflösung dieses Priorates durch Kaiser Joseph II. gegen Ende des 18. Jahrhunderts zog der Staat den gemeinsamen Besitz an sich. Seine vorübergehende Rechtsnachfolgerin, die königlich bayerische Regierung, verkaufte daraus annähernd zwei Hektar 1807 oder 1809 an den Feldkircher Löwenwirt und Besitzer einer Ölmühle, Johann Zimmermann, der etwa die Hälfte davon kultivierte und den Rest als Wald beließ. Zimmermann ist nicht nur der Erbauer des Letzehofes, er legte auch eine ausgedehnte Obstkultur von mehreren hundert Bäumen an.
Nach seinem Tod gelangte der Hof im Wege der Versteigerung 1831 in den Besitz des Textilfabrikanten Christian Getzner, der vor allem am Waldnutzen für seine Türkisch-Rotfärberei in der Felsenau interessiert war. Aber auch die schöne Lage scheint es ihm angetan zu haben, denn 1845 empfing er hier mit Erzherzog Johann sogar ein Mitglied der kaiserlichen Familie, das die Zeit zwischen zwei Fabriksbesichtigungen zu einem ausgedehnten Spaziergang nutzte. Begleitet von seiner Familie und einem Troß von Honoratioren war der Erzherzog zu Fuß von Feldkirch heraufgepilgert und soll hier - welche Ehre - sogar ein Glas Milch zu sich genommen haben.
Über seinen Besuch auf der Letze berichtet der Erzherzog in seinem Tagebuch: "Durch die Heiligkreuz Vorstadt gingen wir hinauf auf die Venediger Straße, dann links die Höhe der Letze gewinnend, zu dem Hof des Fabrikanten Getzner. Da herrlich empfangen, so recht nach alter freundlicher Sitte, es wurden Erfrischungen geboten, die Wirtschaft angesehen und dann durch den Wald (schöner Spaziergang) hinab zu der Fabrik an der Bludenzer Straße gegangen, dort eingesessen und nach Frastanz gefahren."
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